„Des Teufels Heizer“ ist ein historischer Kriminalroman.

Als Kommissar Horst Kräuming 1976 zum LKA in West-Berlin versetzt wird, ahnt er nicht, dass er geradewegs in den kompliziertesten Fall seiner Karriere hineinstolpert. Der angesehene Arzt Dr. Heinrich Sellmann wurde auf brutale Weise hingerichtet. Im Mund des Toten findet man gefälschte britische Pfundnoten aus dem 2. Weltkrieg. Als er erfährt, dass das Opfer der SS angehörte, folgt er der Spur der Vergangenheit. Mit Hilfe der Historikerin Dr. Andrea Grabes versucht er, das Rätsel um die Blüten zu lüften und weitere Morde zu verhindern. Die Spuren führen nicht nur nach Deutschland, sondern auch in die Schweiz und nach Kanada. Widerständen von Altnazis und Behörden zum Trotz enthüllt Kommissar Kräuming nach und nach eine packende Geschichte von Mord, Intrigen und nie gesühnter Schuld.

 

Um die Morde aufzuklären, die nicht nur in West-Berlin, sondern auch in der Schweiz und in Kanada begangen wurden, bedarf es der Aufklärung eines raffinierten Betruges am Ende des 2. Weltkrieges. Das Chaos der letzten Kriegstage ausnutzend, versuchte eine Gruppe von SS-Männern, Kisten mit Falschgeld der „Aktion Bernhard“ heimlich aus dem KZ Sachsenhausen zu schaffen. Es gelingt ihnen, aber auch sie werden betrogen. Dreißig Jahre später beginnt jemand, Jagd auf die ehemaligen SS-Männer zu machen.

 

Zum Hintergrund: Mir ist die Familien- und Lebensgeschichte des Standesbeamten und Leiters des Krematoriums KZ-Sachsenhausens vom Sohn der Familie zur Verfügung gestellt worden. Alles, was er über die Vergangenheit seiner Eltern zu wissen glaubte, hatte sich als Lüge herausgestellt. Die mir überlassenen Unterlagen und weitere intensive Recherchen haben eine unglaubliche Geschichte ans Licht gebracht, die auch mit der größten Fälscheraktion der Geschichte „Aktion Bernhard“ und einem der schrecklichsten Verbrechen im KZ-Sachsenhausen im Zusammenhang stehen. 

 

Ausgangspunkt des Romans ist die tatsächliche Begegnung zweier sich vollkommen fremder Menschen am Ende der mörderischen Todesmärsche. Der SS-Hauptscharführer und die Hundeführerin begreifen in jenem Moment, als die Motoren der amerikanischen Panzer zu hören sind, sollte ihre Vergangenheit bekannt werden, wäre das ihr Ende. Beide sind sich ihrer Schuld bewusst. Beide wollen leben. Wäre es möglich? Ein Neuanfang? Mit einem fremden Menschen? Als Paar würden sie kaum auffallen. Gemeinsam ist man weniger verdächtig. Dank falscher Papiere können sie sich als Vertriebene ausgeben. Obwohl er als Kriegsverbrecher gesucht wird und sie für ihren Dienst in der Wachmannschaft des Frauen-KZ ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden könnte, gelingt es ihnen, durch die Maschen der Justiz zu schlüpfen und ein normales Leben zu führen. Eine Lebenslüge, die erst mit dem Tod des Vaters aufgedeckt wird. 

 

Der Roman ist eine Verknüpfung aus wahrer Begebenheit und Fiktion. Es ist ein klassischer Ermittlungskrimi, der auch in der Vergangenheit nach der Wahrheit fahndet. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kommissar und der Historikerin prägt die Suche nach dem Motiv und jener Person, die Jagd auf die ehemaligen Betrüger macht. Das Buch stellt sich den Fragen nach Schuld, Verantwortung und Umgang mit dem schrecklichsten Kapitel deutscher Geschichte. 

 

Es ist mit Sicherheit mein wichtigster Roman, und auch wenn ich es nie so geplant hatte, ist er politisch hochaktuell. 

 

Gerne stehe ich wieder für Lesungen zur Verfügung. 

 

(c) Foto Friedrich Horn